Das Heilige Römische Reich trat im Augsburger Währungsgebiet seit dem späten 12. Jahrhundert als Münzherr in Erscheinung. Wichtige Münzstätten befanden sich in Donauwörth (Landkreis Donau-Ries) und Schongau. Ob auch in Wangen (Gemeinde Oy-Mittelberg, Landkreis Oberallgäu) und Memmingen im 13. und 14. Jahrhundert geprägt wurde, ist bislang ungesichert. Eine bedeutsame Entwicklung fand 1418 statt, als das Reich in Nördlingen (ebenfalls Landkreis Donau-Ries) eine Münzstätte zur Guldenprägung eröffnete. 1509/1515 wurde die Basler Münzstätte nach Augsburg verlegt. Im Jahr 1535 übergab das Reich die beiden Münzstätten Nördlingen und Augsburg an das Adelsgeschlecht der Grafen von Stolberg, die die Prägung bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts fortführten. Danach gab es im heutigen Schwaben bzw. in ganz Bayern keine kaiserliche Münzprägung mehr.

Die Herzöge von Schwaben und ihre Münzstätten
Die Herrschaftsschwerpunkte der Herzöge von Schwaben sowie ihre wichtigsten Münzstätten lagen außerhalb des heutigen Bayern. Eine bedeutende Episode in der Münzgeschichte stellt die Bestätigung einer älteren Münzrechtsverleihung durch Otto III. (reg. 983-1002, Kaiser ab 996) an den Adligen Mangold von Werd dar. Diese Verleihung wurde 1030 von Kaiser Konrad II. (reg. 1024-1039, Kaiser ab 1027) erneuert und galt für Donauwörth. Allerdings gibt es bisher keine bekannten Pfennige, die dies bestätigen.
In Isny (Landkreis Ravensburg, Baden-Württemberg) könnten die Grafen von Veringen bereits im 12. Jahrhundert Münzen geprägt haben. Die Münzstätten Donauwörth und Schongau, Letztere 1191 aus welfischem Besitz an das Reich übergegangen, wurden 1268 an den bayerischen Herzog übergeben. Unter dessen Herrschaft wurde die Prägung vermutlich noch eine Zeit lang fortgeführt. Auch Memmingen wird gelegentlich als welfische Münzstätte diskutiert, wenngleich dies nicht gesichert ist.
Ein weiterer Wendepunkt war das Jahr 1393, als die Grafen von Oettingen von König Wenzel das Münzrecht erhielten. Dieses nutzten sie in den Münzstätten Oettingen und Wemding (beide Landkreis Donau-Ries). 1534 verlieh Kaiser Karl V. (reg. 1519-1556) das Münzrecht an die einflussreiche Familie Fugger, die einige Jahre später mit der Prägung begann.

Bischöfliche und klösterliche Münzprägung
In Augsburg wurde die Münzstätte im 10. Jahrhundert zeitweise vom bayerischen Herzog und im 11. Jahrhundert vom Reich genutzt. Die bischöfliche Münzprägung setzte unter Bischof Ulrich (reg. 923-973) wahrscheinlich bereits einige Jahre vor der Ungarnschlacht von 955 ein. Eine formelle Münzrechtsverleihung ist jedoch nicht überliefert. Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erhielten auch die Abtei Kempten und das Lindauer Damenstift das Münzrecht, eingebunden in das Konstanzer Währungsgebiet. In Lindau war später offenbar auch das Reich an der Prägung beteiligt.

Münzprägung der Reichsstädte
Ab dem 16. Jahrhundert begannen mehrere Reichsstädte mit der Münzprägung. Dabei waren jedoch nicht alle durch formale Münzrechtsverleihungen legitimiert. Zu den Städten mit gesicherter Münzrechtsvergabe in Schwaben gehörten:
- Lindau: Erwerb des Münzrechts 1417, Prägebeginn erst 1661
- Isny: Münzrecht 1507, Prägebeginn 1508
- Kempten: Münzrecht und Prägebeginn 1510
- Augsburg: Münzrecht 1521, Prägebeginn 1522
- Kaufbeuren: Münzrecht 1530, Prägebeginn 1540
- Donauwörth: Münzrecht 1532, Prägebeginn 1543
- Memmingen: Prägebeginn 1622
Die Münzstätte Günzburg unter Maria Theresia
Eine späte, aber bedeutende Entwicklung fand 1764 statt, als Maria Theresia (reg. 1740-1780) in der Markgrafschaft Burgau eine Münzstätte in Günzburg eröffnete. Diese Markgrafschaft gehörte zum Österreichischen Reichskreis, und die Münzstätte blieb bis 1805 in Betrieb. Die Günzburger Münzen, darunter insbesondere die sogenannten „Maria-Theresien-Taler“, wurden weit über die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches hinaus bekannt und erfreuten sich auch nach ihrer offiziellen Prägezeit großer Beliebtheit im internationalen Handel.

Fazit
Die Münzgeschichte Schwabens ist geprägt von kaiserlichen, herzoglichen und bischöflichen Prägungen sowie der zunehmenden Bedeutung der Reichsstädte im 16. Jahrhundert. Viele der ehemaligen Münzstätten spielten eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und spiegeln die komplexen politischen Verhältnisse des Heiligen Römischen Reiches wider.